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Immobilienmarktbericht Deutschland 2017 – Investitionsbereitschaft in Immobilien ungebrochen

04.01.2018

Die Preise für Wohnimmobilien sind weiter auf dem Vormarsch, denn die Nachfrage nach Immobilien auf dem Immobilienmarkt in Deutschland war auch in 2015 und 2016 ungebrochen. Das melden die amtlichen Gutachterausschüsse im bereits fünften Immobilienmarktbericht Deutschland.


Sowohl der Geldumsatz als auch die Transaktionszahlen erreichten Allzeitrekorde. Allein in 2016 gaben Käufer 237,5 Mrd. Euro aus – bei 1,016 Mio. Transaktionen. Das sind fast 25 % mehr als zwei Jahre zuvor (2014: 191 Mrd. Euro). Der Schwerpunkt der Investitionen lag dabei auf dem Erwerb von Wohnimmobilien. Insbesondere die Preise für selbstgenutztes Wohneigentum haben in hochpreisigen Regionen erheblich angezogen. Die gegenwärtige Angebotsknappheit – vor allem in Großstädten – übt weiter Druck auf den Wohnungsmarkt aus und treibt die Preise weiter hoch.

Während die Transaktionszahlen über die letzten Jahre hinweg nur geringfügig schwankten, ist der Geldumsatz zum siebten Mal in Folge seit 2010 gestiegen. In diesem Zeitraum hat sich der Geldumsatz pro Transaktion in allen Immobilienarten jährlich um mehr als 7 % erhöht. Dies ist der konjunkturell begünstigten Wirtschaftslage und dem historisch niedrigen Zinsumfeld geschuldet. Diese Entwicklung deutet auf eine nachfragebedingte Verteuerung der Immobilien bei gleichzeitig teilweise deutlichen Angebotsengpässe hin, nicht jedoch auf eine spekulativ anbahnende Preisaufblähung, so der jüngste Immobilienmarktbericht.

Starker Umsatz bei Wohnimmobilien

Der größte Anteil des Geldumsatzes in 2016 entfällt mit 155,7 Mrd. Euro auf den Erwerb von bebauten Wohnimmobilien, Eigentumswohnungen und Bauplätzen für Wohnimmobilien. In 2014 waren noch 130,3 Mrd. Euro investiert worden. Das entspricht einem Anstieg von knapp 20 %. Der Anteil der Wohnimmobilien am gesamten Geldumsatz in 2016 blieb dagegen mit etwa zwei Drittel gegenüber 2014 nahezu gleich. Dies zeigt sich gleichermaßen bei der Anzahl der registrierten Kauffälle. Hier wechselten etwa 728.000 Wohnimmobilien den Besitzer. Sie stellt damit die bedeutendste Immobilienart (72 %) dar. Verkäufe von Wirtschaftsimmobilien wurden in etwa 58.000 Fällen registriert (6 %), bilden jedoch mit 25 % am Geldumsatz die zweitstärkste Immobilienart.

Die größte Rolle beim Kauf von Wohnimmobilien kommt mit und 589.000 Transaktionen (75 %) und einem etwa gleich großen Umsatzanteil von je 59 Mrd. Euro den selbstgenutzten Eigenheimen und Eigentumswohnungen zu. Auf Käufe von Mehrfamilienhäusern fallen 13 % des Geldumsatzes an, der restliche Anteil verteilt sich auf Bauplätze für Eigenheime (8 %) sowie Mehrfamilienhäuser (3 %).

Das Investitionsvolumen in selbstgenutztes Wohneigentum ist zwischen 2009 und 2016 bei Eigenheimen jährlich um 8 % gestiegen, bei Eigentumswohnungen jährlich sogar um 10 %. Die Transaktionszahlen legten hingegen moderater zu: Eigenheime um jährlich 3 %, Eigentumswohnungen um jährlich 4 %.

Preisentwicklung regional unterschiedlich

Die Preisentwicklungen bei Wohnimmobilien fällt trotz der anhaltend hohen Dynamik regional unterschiedlich aus. Durchschnittlich kostete in 2016 der Quadratmeter Wohnfläche für ein gebrauchtes Ein- und Zweifamilienhaus 1.545 Euro. Deutlich darüber lagen die Stadt und der Landkreis München, für die Käufer 8.500 Euro bzw. 7.500 Euro je m² aufgebracht haben. Einen Bruchteil davon haben Käufer in den Landkreisen Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt (470 Euro je m²) oder im Kyffhäuserkreis in Thüringen (470 Euro je m²) aufbringen müssen.

Auch für gebrauchte Eigentumswohnungen sind in der Stadt München die durchschnittlich höchsten Preise ermittelt worden. Hier waren durchschnittlich 5.500 €/m² erzielt worden. Dahinter folgen Sylt (4.370 Euro je m²) und die Küstenregionen in Niedersachen (3.420 Euro je m²). In dem Teilgebiet des Landkreises Teltow-Fläming außerhalb des Berliner Speckgürtels wurden dagegen beispielsweise für eine Eigentumswohnung im Mittel lediglich 220 Euro je m² Wohnfläche gezahlt.

Bei den Baugrundstücken überwiegen besonders Transaktionen für die Eigenheimbebauung. Auf sie sind in 2016 etwa 72 % der Verkäufe von Bauplätzen entfallen. Im Bundesdurchschnitt betrug der Preis für einen Eigenheimbauplatz etwa 108 Euro je m². Die regionalen Unterschiede sind aber auch hier sichtbar. Den geringsten durchschnittlichsten Preis für einen Bauplatz konnten Immobilienkäufer im Saale-Orla-Kreis für 10 Euro je m² ergattern. Einen fast identischen Preis hatten Käufer im früheren Landkreis Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern zu leisten. Von diesen Preisen ist die Stadt München jedoch weit entfernt. Für die eigenen vier Wände waren in der bayerischen Landeshauptstadt 1.600 Euro je m² zu zahlen, in Stuttgart 920 Euro je m².

Bei den gebrauchten Mehrfamilienhäusern ist der Geldumsatz binnen zwei Jahren mit etwa 21 Mrd. Euro sowie die Anzahl der durchgeführten Transaktionen (2016: 31.000) nahezu unverändert geblieben. Dabei haben sich jedoch die Preise bei kleineren Mehrfamilienhäusern mit bis zu 6 Wohneinheiten erheblich verteuert. So betrug der Preis je m² Wohnfläche in 2016 durchschnittlich 910 Euro je m² - in 2009 lag dieser noch bei 670 Euro.

Quelle: Sprengnetter GmbH


Von: Günter Heimel

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